Eine Idee setzt sich durch
Das Motto Marsupilami bahnte sich seinen Weg unter erstmaliger Zuhilfenahme des 6-3-5 Entscheidungsmodells gegen die Mottos Schnecken und Wikinger frei.
     
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zum Schöpfer

André Franquin wurde am 3. Januar 1924 in Brüssel/Belgien geboren. Nach der Schule studierte Franquin an der Kunstakademie Saint Luc und fand 1945 Aufnahme in einem Zeichentrickfilmstudio, wo er u.a. die Bekanntschaft von Morris, Peyo und Paape machte. Gemeinsam mit diesen Zeichnern wechselte Franquin 1946 zu der Zeitschrift "Spriou" des Verlags Dupuis über.

Zu jener Zeit wurden die meisten Comics in "Spirou" von Jijé (Joseph Gilliain) gezeichnet, der nun einige seiner Serien an die neuen Mitarbeiter abgab. Franquin "erbte" die Titelserie "Spirou", die 1938 von dem Franzosen Rob Velter erfunden worden und 1944, nach der Zwangspause der Zeitschrift, in die Hände von Jijé übergegangen war. Mit Franquin als Zeichner wurde "Spirou und Fantasio" zu einerm Meilenstein in der Geschichte der Comics.

Franquin hatte sich bald von den Einflüssen Jijés gelöst und bereicherte die Serie um eine Reihe immer wiederkehrender Nebenfiguren, wie etwa Fantasios missratenen Vetter Zantafio oder den Grafen von Rummelsdorf (im französischen Original: Champignac), einen etwas überdrehten Erfinder. Zum heimlichen Hauptdarsteller und erklärten Publikumsliebling avancierte das 1951 eingebrachte Marsupilami, ein liebenswürdiges Dschungeltier mit einem langen, ungeheuer vielseitigen Schwanz und ganz aussergewöhnlichen Fähigkeiten. Als Franquin 1969 "Spirou und Fantasio" an Jean-Claude Fournier abtrat, die Rechte an dem Marsupilami aber behilt, war das für die gesamte Comicwelt ein grosser Verlust.

Neben seiner Arbeit an "Spirou und Fantasio" gestaltete Franquin von 1955-57 für die Zeitschrift "Tintin" die Humorserie "Modeste et Pompon". 1957 war das Geburtsjahr von "Gaston", einem Gag-Strip um die wahrhaft haarsträubenden Erlebnisse des erfindungsreichen Redaktionsboten Gaston Lagaffe, der übrigens auch in einigen Abenteuern von "Spirou und Fantasio" auftaucht und noch heute zu den populärsten Comicfiguren überhaupt gehört.

Franquin war durch die gleichzeitige Arbeit an mehreren Serien sehr bald überlastet, was sich auch auf seine Gesundheit auswirken musste. Ab 1969 konzentrierte er sich daher zunächst fast ausschliesslich auf "Gaston".

Einen ganz anderen Franquin erlebten die Leser von "Spirou" jedoch 1977 in der kurzlebigen Beilage "Le Trombone Illustré". Sie erlebten einen Franquin, der hier (und später auch in "Fluide Glacial") mit seinen "Idées Noires" zeigte, dass er noch mehr konnte als "nur" zum Lachen anregen. Der Humor der Idées Noires" ist tiefschwarz und nicht selten auch zeitkritisch.

Franquin ist einer der wenigen Comic-Künstler, die das, was sie sagen wollen, direkt durch ihre Zeichnungen und ohne den Umweg über den Beistand des Textes ausdrücken können. Diese Zeichnungen stecken voll treffsicher beobachteter und konsequent wiedergegebener Details, und der Leser tut gut daran, ein wenig mehr Zeit als gewohnt auf das Betrachten dieser nicht selten poetischen Bilder zu verwenden. André Franquin ist das grosse (und unerreichte) Vorbild ganzer Generationen von Comic-Zeichnern.

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